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6. November 2013

Meine Wie-Wurde-Ich-Vegan-Story

Bevor ich zur überzeugte Veganerin und 801010-Interessentin wurde, gab´s beim mir metaphorisch gesprochen Fleisch mit Fleischbeilage in Fleischsoße verpackt in Teigtasche. Typisch russischabgezeichnte Küche würde ich sagen. Aufgewachsen bin ich auf einem Bauernhof, d. h. es war für mich das normalste der Welt, Tiere zu schlachten, essen, auszunehmen, melken und so weiter - hätte mir jemand vor ein paar Jahren prophezeit, ich würde die vegane Philosophie mögen lernen, ich hätte ihn ausgelacht. Äußerst hart sogar.

Meine Mamas Küche ist ziemlichst fleischlastig angehaucht. Und für butterverwöhnte, raffinierten zuckerumwogene Weizenmehlkreationen hat meine Mama ein echtes Händchen. Generell gab´s bei uns immer viel Tierisches auf dem Teller und später im Magen. Aus meiner heutigen Perspektive ging´s bei mir in der Küche also reichlich ungesund umher. Witzigerweise habe ich früher sogar immer stolz erzählt, dass ich nicht Kuchen mit Milch essen, sondern Milch mit Kuchen trinke. Verdrehte Welt.

Wie kam ich also zu dem, was ich nun esse und mache?
Seit ich alleine wohne, muss ich zwangsweise entscheiden, was mir in die Tüte und auf den Teller kommt. Meiner Dokuliebe sei dank, war schnell klar, dass ich mir nicht den letzten ungesunden und billigsten Kram vorsetzen möchte. Am Anfang meiner mentalen Reise genoss ich vorzugsweise Biolebenmittel und viel Frisches. Eine Zeitlang später aß ich Fleisch nur noch, wenn ich zur Besuch bei jemandem war und es eben auf dem Teller lag, seltenst Zuhause.
Rezepteblogverliebt - und doch eher Richtung Gourmet und Superfoods schauend - war ich ständig auf der Suche nach neuen, gesunden Leckereien. Irgendwann aus dem Nichts - circa Ende 2012 - hab ich aus Jux heraus bei Youtube „gesunde Rezepte“-irgendwas eingetippt und bin bei Fullyrawkristina gelandet. Dabei mochte ich weder Youtube, noch lange Videos. Eins führte zum anderen, ein Gemisch aus Verblüffung, Faszination und Neugierde lies mich dieses vollkommen verrückte Mädchen beobachten und drängte mich schließlich dazu, weitere Nachforschungen anzustellen.

Angekommen bei Megan, brannte sich folgenden Monolog von Joey in meine grauen Zellen ein:

(Bei etwa 3 Minuten beginnt er, über Veganismus zu reden. Und das sollte sich jeder mal anhören, der möchte.)

Mir widerstrebte nämlich so ziemlich alles, Tieren zuzusprechen, sie seien jemandes „Mütter, Väter, Töchter, Söhne, bester Freund“. Ich fand das so absurd. Das war mir gänzlich unverständlich. Ich wollte mich nicht einmal damit beschäftigen, aber es hat mich beschäftigt. Und ich meine, wie Joey B erzählen kann, das ist der Wahnsinn. Und was er da sagt, ob man sich dagegen nun wehrt oder nicht, ergibt Sinn. Schlussendlich auch in meinem Kopf.

Einige tausend Dokus über gesunde Ernährung und Veganismus nach diesem Clip, war ich unglaublich neugierig, 'was denn bitte ein Veganer so esse, obwohl er doch nichts essen kann'. Also hab ich mir rein aus Neugierde heraus vorgenommen, einen Monat – und zwar diesen Februar - lang nur Pflanzen zu genießen. Die ersten 3 Wochen fand ich furchtbar. So richtig trist und nicht bis kaum abwechslungsreich. Der Fehler war der, dass ich vor allem darauf hinaus war, meine normalen Speisen zu ersetzen. Das klappt eben nicht, sah ich auch ein und hab Neues auf meinen Teller gelassen. Schließlich ging´s sogar. Am Ende dessen hab ich mir nach Ablauf eine Pizza mit Käse reingezogen. Und danach dann nur noch mehr Lektüre zum Thema Veganismus.

Das Ende vom Lied ist, dass ich nichts anderes für meine und die Gesundheit der Welt mit mir vereinbaren kann. Und ich schätze, jeder, der sich in gesunde Ernährung reinkniet und selbst kritisch reflektiert und ausprobiert, kommt zu keinem anderen Ergebnis.
Mich mit dem Thema Veganismus auseinanderzusetzen, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Und es ergab sich wie von selbst. So ist das mit guten Dingen, sie passieren einfach ohne Plan.
Davon abgesehen, bin ich zum Youtubejunkie mutiert.

Auf diesem Blog dokumentiere ich also meine kleinen Erfahrungen zum Thema Veganismus, 801010 und würze dies mit meinem Fotografie-Filmerei-Hobby. Mal schauen was am Ende also hieraus 'so passiert'.






4 Kommentare:

  1. Deine Geschichte ist ja wirklich cool!
    Find es ja immer total interessant, wie Menschen zum Veganismus kommen!
    Hätte mich jemand vor 10 Jahren gefragt, ob ich das mal machen würde, ich hätte ihm nen Vogel gezeigt, schließlich war ich ja "schon" vegetarisch......
    In diesem Sinne, viel Erfolg mit deinem Blog und ich freu mich schon auf nächstes Jahr ;)
    Liebste Grüße,
    Miri

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    1. Ich finds auch spannend, wie ein Mensch seinen Blickwinkeln ändern und erweitern kann. Ist ne super Fähigkeit. Und ja, kommendes Jahr wird super. :)

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  2. Toller Bericht. Lustigerweise war mein liebstes Essen auch immer Fleisch an Fleisch mit etwas Fleisch.
    Ich habe aber auch immer noch große Probleme an Fleischersatzprodukten (vegane Burger, etc) vorbei zu gehen. Theoretisch halte ich 80/10/10 für die beste Ernährung, allein die Umsetzung.. Zur Motivation höre ich jetzt ständig dieses geile Lied:
    https://www.youtube.com/watch?v=9Mx5p954rjU
    Beste Grüße von Nina

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    1. Danke! Manchmal locken mich die industriellen Produkte ebenfalls, aber als 'Lebensmittel' kann man sie ja leider nicht bezeichnen. Glaube, dass die Umsetzung mit der Zeit auch einfacher wird, weil man realisiert, dass man sich selbst auswählt, wie schwer oder einfach man es sich nimmt.

      Das Lied geht derzeit ja um in der Früchtewelt, mal schauen, ob und was mir demnächst so vor die Kamera fällt. ;)

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